汉堡大学DSH考试样题 阅读部分(上)

更新日期:2015-04-09
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  Gekommen um zu bleiben
 
  Wenn sie einreisen, besitzen sie kein Visum. Sie reisen mit dem Schiff aus fernen L?ndernoder wandern über die grüne Grenze. Oft kommen sie zuf?llig, meist bleiben sie zun?chst imVerborgenen. Manche sind schnell wieder verschwunden: zu kalt, zu warm, zu anders ist eshier in Deutschland. Doch viele sind gekommen, um zu bleiben.
 
  Waschb?ren in Hessen, Nandus in Mecklenburg-Vorpommern und Ochsenfr?sche in Baden- Württemberg – diese Tiere haben eines gemeinsam: Sie sind Neozoen. So bezeichnenWissenschaftler Tierarten, die seit Beginn der Neuzeit unter vors?tzlicher oder unabsichtlicherMitwirkung des Menschen in ein Land gelangt sind, in dem sie nicht heimisch sind. Der Beginn dieser unfreiwilligen Tierwanderung über den Globus l?sst sich nicht exaktdatieren. Als symbolisches Datum gilt das Jahr 1492. Kolumbus’ Reise nach Amerika steht für den Beginn des Artenaustausches über L?nder und Meere hinweg: Er brachte zumBeispiel den Schiffsbohrwurm mit nach Europa.
 
  Im Zuge der globalen Handelsbeziehungen wurden so manche Tiere zu Weltbürgern. Im Ballastwasser von Handelsschiffen legen einige Meeresbewohner Tausende von Seemeilen zurück. Auf diese Weise gelangte vor etwa 100 Jahren auch die chinesische Wollhandkrabbe nach Deutschland. Vor allem in der Elbe ist sie zu finden – sehr zum Leidwesen der Fischer. Das bis zu 30 Zentimeter gro?e Schalentier zerschneidet nicht nur Fischernetze, sondern frisst auch noch die gefangenen Fische. Die Forderung, sie dorthin zurückzuschicken, wo sie hergekommen ist, ist illusorisch: ?In den meisten F?llen ist es unm?glich, einmal eingeführte Arten ohne Schaden für die traditionelle Lebensgemeinschaft wieder auszurotten“, erl?utert der Biologe Ragnar Kinzelbach, der seit Jahren als Professor am Institut für Biodiversit?tsforschung der Universit?t Rostock die Ver?nderungen der Tierwelt erforscht.
 
  Tiere, die so offenkundig nicht heimisch sind wie der Nandu – ein Strau?envogel, der in Südamerika zu Hause ist und sich in Mecklenburg-Vorpommern ausbreitet, seit im Jahre 2000 drei P?rchen aus einem Zuchtgehege ausbrechen konnten –, sorgen h?ufig für heftige Auseinandersetzungen zwischen Wissenschaftlern, Naturschützern, Landwirten, J?gern und Anwohnern. Dabei prallen Welten aufeinander: W?hrend die eine Seite das heimische ?kosystem als statische Einheit betrachtet, das vor Eindringlingen geschützt werden muss, sieht die andere Seite die Ver?nderungen in Flora und Fauna als normal an. ?Ein ?kosystem ist von Natur aus Dynamik pur“, meint auch Kinzelbach. Mitteleuropa und damit Deutschland sei schon seit Ende der letzten Eiszeit ?ein totales Einwanderungsland“ gewesen. Die Tierwelt sei resistent und widerstandsf?hig, da k?nne ein Neozoon wie der Nandu vermutlich nicht zu viel Schaden anrichten. ?Erst wenn diese V?gel hier auf dem Campus in meiner Tasche nach Futter suchen, wird es l?stig“, meint der Biologe.
 
Michael Kahlert vom Naturschutzbund (NABU) Hamburg steht dem Zuwachs neuer Tierarten ablehnend gegenüber. ?Neozoen sind keine Bereicherung unserer heimischen Tierwelt“, betont er. Durch das Eingreifen des Menschen sei die heimische Tierwelt mittlerweile so ver?ndert, dass neue Tierarten heimische Arten verdr?ngen k?nnten. ?Es fehlen die früher in Deutschland ans?ssigen gro?en Raubtiere wie Braunb?r, Wolf, Luchs.“ Heute gibt es in den deutschen W?ldern nur noch wenige Luchse und nur gelegentlich ?besuchen“ B?ren, aus ?sterreich
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